Neue Meta-Analyse von Studien zeigt deutliche Vorteile bei Rücken- und Beckenschmerzen
Rückenschmerzen und Beschwerden im Beckenbereich gehören zu den häufigsten Problemen während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Studien zeigen, dass 40–50 % der Schwangeren und bis zu 67 % der Mütter im ersten Jahr nach der Geburt darunter leiden. Die Einschränkungen im Alltag können beträchtlich sein – umso wichtiger ist eine sichere, wirksame und ganzheitliche Behandlungsmöglichkeit.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse hat genau das untersucht: Wie wirksam ist Osteopathische Manipulative Therapie (OMT) bei Schwangeren und nach der Entbindung mit unspezifischen Rücken- und Beckenschmerzen? Die Ergebnisse sind vielversprechend.
Was wurde untersucht?
Die Analyse fasst acht Studien aus den USA und Deutschland zusammen – fünf zur Behandlung während der Schwangerschaft und drei zur Behandlung nach der Geburt. Bewertet wurden zwei Hauptkriterien:
- Schmerzlinderung
- Verbesserung der funktionellen Fähigkeiten (z. B. Alltagstätigkeiten, Bewegung, Belastungstoleranz)
Alle Studien verwendeten eine realistische osteopathische Behandlungsweise: individuell angepasst, ohne starre Protokolle, mit Techniken aus verschiedenen Bereichen wie Mobilisation, Muskelenergietechniken, myofaszialen Techniken oder cranialen Ansätzen.
Ergebnisse während der Schwangerschaft
Die Analyse zeigt:
- OMT führt zu einer signifikanten und klinisch relevanten Besserung
- Mittlere Schmerzlinderung
- Mittlere Verbesserung der Funktion
Damit reduziert OMT nicht nur die Schmerzintensität, sondern hilft Schwangeren auch, sich im Alltag wieder besser zu bewegen und zu belasten. Die Ergebnisse sind zuverlässig, könnten aber durch weitere Forschung noch genauer werden.
Ergebnisse nach Entbindung (Postpartum)
Auch für Frauen nach der Geburt wurde OMT untersucht. Die Ergebnisse sind sogar noch deutlicher:
- OMT zeigte eine große und deutliche Wirkung
- Starke Schmerzlinderung
- Großer Effekt auf die Funktionsfähigkeit
Viele Frauen litten bereits seit Monaten an den Beschwerden – umso beeindruckender ist die deutliche Verbesserung nach osteopathischer Behandlung.
Ist Osteopathie sicher?
Die Studien berichten keine ernsthaften Nebenwirkungen. Gelegentlich wurde Müdigkeit nach der Behandlung angegeben – sonst traten keine relevanten Beschwerden auf.
Damit gilt Osteopathie als sichere Therapieoption, sowohl für Schwangere als auch für Frauen nach der Entbindung.
Warum wirkt Osteopathie bei Schwangerschafts- und Wochenbettbeschwerden?
Die Studien selbst untersuchen nicht die genauen Wirkmechanismen, doch es gibt plausible Erklärungen:
- Linderung muskulärer Spannungen
- Verbesserte Beweglichkeit von Gelenken und Faszien
- Förderung der Selbstregulation Neuromuskuläre und neurophysiologische Schmerzmodulation
- Ganzheitlicher Ansatz, der den gesamten Körper berücksichtigt
Gerade in der Schwangerschaft, in der hormonelle Veränderungen, neue Statik und Bindegewebsveränderungen eine Rolle spielen, kann dieser multimodale Ansatz besonders wertvoll sein.
Fazit: Osteopathie ist eine wirksame und sichere Option für Gebärende.
Quelle: Franke, Helge, et al. „Osteopathic manipulative treatment for low back and pelvic girdle pain during and after pregnancy: a systematic review and meta-analysis.“ Journal of bodywork and movement therapies 21.4 (2017): 752-762.


